Liebe Leserin, lieber Leser,
am 9.10.20 findet von 14 – 16 Uhr eine Kräuterführung statt. Näheres dazu finden Sie unter meinen Terminen.
Vogelbeere (Sorbus aucuparia)
Seit Wochen sehe ich jeden Tag wie unsere Vogelbeeren immer mehr rot/orange leuchten, deshalb gibt es Heute einiges über diesen Baum zu lesen.

Ob draußen am Feld oder im Garten zu Hause, die Vogelbeere fällt immer ins Auge.
Beschreibung:
- Die Vogelbeere heisst auch Eberesche, was sich von „Aber“ und „Esche“ ableitet. Der Name rührt daher, dass die Blätter jenen der Eschen ähneln, aber dennoch keine nähere Verwandtschaft zwischen diesen Baumarten besteht.
- Die Blätter sind gefiedert und fischgrätenähnlich. Die Rinde ist silbrig und glatt.
- Die tellerförmigen, weißen Blütenstände riechen zufälligerweise auch ein bisschen nach Fisch.
- Im Spätsommer sind an den Dolden rot/orange Früchte.
Ernte:
- Im Frühjahr erntet man die Fiederblättchen für einen Likör, denn diese haben einen intensiven Geschmack nach Bittermandeln.
- Die Früchte werden von Mitte August bis Anfang Oktober geerntet. Sie sind richtig reif, wenn sie schön rot sind, beim Drücken etwas nachgeben und evtl. die ersten Beeren schon anfangen einzuschrumpeln. (Oder sich die Vögel schon darüber hermachen...)
Wichtig!
- Die Vogelbeeren sind nicht giftig, aber große Mengen roh verzehrt verursachen auf Grund der enthaltenen Parasorbinsäure einen Brechdurchfall.
- Das Gute ist, wenn die Vogelbeeren gekocht werden, wird diese Parasorbinsäure zerstört.
- Damit die Früchte nicht mehr widerlich schmecken und gut genießbar werden, muss man sie außerdem lange einfrieren (min. 6 Monate) und dann aufkochen.
Verwendung:
Beim Verarbeiten von Vogelbeeren ist es wichtig, dass einem der etwas herb-bittere Geschmack gefällt. Ich sage immer, wer Bitter-Orangen-Marmelade mag, der mag auch Vogelbeermarmelade. Beispiele für die Verwendung sind zahlreich, zum Beispiel
- Marmelade oder Gelee
- Likör
- Nachspeisen
- Kandierte Früchte
- Chutney
- Getrocknete Beeren für Tee oder zum Knabbern
- als Vogelfutter
- u.v.m.
Die Mährische Vogelbeere (Sorbus aucuparia var. edulis) kann auch roh verzehrt werden, denn sie hat keine Parasorbinsäure. Ich habe seit etwa elf Jahren auch eine Mährische Vogelbeere. Ich finde sie roh trotz aller Berichte immer noch sehr herb, doch ich bin noch nie richtig zum Ernten gekommen, weil die Vögel immer schneller sind.
Inhaltsstoffe:
- Vitamin C bis zu 110mg pro 100g Beeren, im Vergleich dazu hat 100g Zitrone 50mg Vitamin C. Die Vogelbeere wird oft auch die „Zitrone des Nordens“ genannt
- Flavonoide
- Vitamin A und E
- Sorbit
- Fruchtsäuren
- Mineralstoffe
- Gerb- und Bitterstoffe
- Parasorbinsäure
Vogelbeere und ihre Geschichten
Früher wurden Vogelbeerzweige im Winter als Köder zum Vogelfang benutzt. Die rot/orangen Beeren haben die Vögel angelockt, aber der Zweig war mit Leim bestrichen oder mit Schlingen bestückt und schon war es um die Vögel geschehen. Deshalb der Name Vogelbeer- oder Drosselbaum.
Der Inhaltsstoff „Sorbit“ (vom lateinischen Namen des Baumes „Sorbus“) dient der Pflanze als Speicherstoff, und ist ein Zuckeralkohol. Sorbit schmeckt süß braucht aber zur Verstoffwechselung kein Insulin und ist als Zuckeraustauschstoff in vielen Produkten (E420) z.B. für Diabetiker, Senf, Ketchup, Pralinen usw.. In Kosmetika dient er als Feuchthaltemittel, die Creme bleibt weich und die Haut straff.
Rezept: Vogelbeerdessert
Diese Woche gibt es eine interessantes Dessert mit Vogelbeeren. Auf meiner Startseite finden sie es.
Eingemachtes mit Vogelbeere
Falls Sie etwas von meinen anderen Produkten begehren, oder Sie eine Kleinigkeit als Mitbringsel benötigen, ich würde mich sehr über einen Einkauf bei mir freuen 😃. Eine Liste meiner weiteren Produkte und Bilder finden Sie hier.
Im Internet habe ich wieder einmal, passend zu meinem ausgesuchten Thema, ein Gedicht von Nora Marquardt für Sie gefunden.
Die Eberesche
Sommergrün am Feldesrain,
oft lädt sie zum Verweilen ein.
In den Zweigen dort im Baum,
Purpur Rot ein Früchtetraum.
Gereift für alle ein Genuss,
genannt lateinisch Sorbus.
Immer wieder Jahr für Jahr,
trägt sie Beeren wunderbar.
Ihre Krone weit verzweigt,
federzart ihr Blätterkleid.
Eberesche meist genannt
als Vogelbeere auch bekannt.
Von Amsel, Drossel sehr begehrt,
von andren Tieren auch verehrt.
Die Vogelbeeren sind auch ein beliebtes Motiv auf Geschirr, Bildern oder Kunstgegenständen, wie ich eben im Internet entdeckt habe.
Ich wünschen Ihnen eine schönen Oktober, lassen Sie es sich gut gehen und bleiben Sie gesund.
Mit freundlichen Grüßen
Gisela Hafemeyer
Frieding
Riedweg 1A
82346 Andechs
Tel.: 08152/2664
www.kraeuterstadl.de

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