Liebe Leserin, lieber Leser,
der Frühling ist da, ob nun astronomisch oder meteorologisch gesehen, und mit ihm Ostern. Ostersonntag ist immer der Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond des Jahres, aber nicht vor den 22.3. und spätestens am 25.4. eines Jahres.
Kindheitserinnerungen an Ostern werden wieder wach
Meine Schwester und ich haben früher immer Häuschen für den Osterhasen gebaut. Mit gut biegsamen Haselnuss- und Weidenstecken wurde ein kleines höhlenartiges Bauwerk konstruiert. Mit Moos haben wir das Dach gedeckt und das Innere schön kuschelig ausgekleidet. Ein Bild, das unseren damaligen Bauten sehr nahe kommt, habe ich eben im Internet entdeckt. Falls es an Ostern geschneit hat, haben wir im Heu oder Stroh ein Nest für den Osterhasen gebaut, damit er ja einen Ort hat, an dem er uns etwas da lässt.
Wir waren gut beschäftigt und unsere Mama hat sich oft zur gleichen Zeit in die Küche eingesperrt und geheimnisvolle Dinge getan. Inzwischen weiß ich natürlich was es Geheimnisvolles war. Sie hat in dieser Zeit für uns viele Ostereier gefärbt, das Osterlamm und den Osterfladen gebacken.
Nach dem Ostergottesdienst war dann der Osterhase schon da gewesen und hat für uns Ostereier, ein paar Süßigkeiten und neue Kniestrümpfe oder Strumpfhosen gebracht. Die Freude darüber war immer sehr groß.
Interessantes zu den Ostertagen
- Mit der Karwoche geht die Fastenzeit zu Ende, sie beginnt nach dem Palmsonntag und endet mit dem Karsamstag.
- Am Palmsonntag, dem Sonntag vor Ostern, wird an den Einzug Jesu in Jerusalem gedacht. Das Volk jubelte und verstreute Palmzweige. Früher waren Palmen heilig und galten als Sinnbild des Lebens, des Sieges und für Unabhängigkeit.
- An Gründonnerstag wird an das letzte gemeinsame Abendmahl Jesu mit seinen Aposteln erinnert und der Ritus der Fußwaschung durchgeführt.
- Außerdem wird an Gründonnerstag vom Bischof die Chrisammesse zelebriert. In dieser wird das Chrisam (Salböl), das bei Tauf-, Firm- und Krankensalbungen verwendet wird, geweiht.
- Am Ende der Gründonnerstagsmesse wird der Tabernakel geleert und der Altar abgeräumt. Der Tabernakel bleibt nun offen und leer, der Altar schmucklos, dies soll darauf hinweisen, dass die kommenden Tage der Trauer gewidmet sind.
- Orgel, Altarschellen und Kirchenglocken schweigen nun bis zur Osternacht. Oft ersetzen Ratschen und Klappern die Kirchenglocken. Zudem soll durch deren Lärm Dämonen und böse Geister vertrieben werden.
- Der Name Grün-Donnerstag ist vermutlich von „gronan“ weinen (greinen) abgeleitet worden. Damit waren die Tränen der Büßer gemeint, die an diesem Tag wieder in die kirchliche Gemeinschaft aufgenommen wurden.
- Der Gründonnerstag war früher Zahltag für Zinsen und Schulden.
- Der Karfreitag steht im Zeichen des Leidens Jesu. Es steckt das althochdeutsche Wort „kara“ für Trauer, Wehklage drin. An Karfreitag und Karsamstag finden keine Messen statt, nur Wortgottesdienste.
- Karsamstag ist der letzte Tag der 40-tägigen Fastenzeit und am Abend werden Altäre und Kreuze von Fastentüchern befreit.
- Ostersonntag ist im Christentum der höchste Feiertag, denn es wird die Auferstehung Jesu Christi gefeiert.
- Auch wird bei uns zu Ostern die Speisenweihe zelebriert. Im Weihekorb befindet sich ein gebackenes Osterlamm mit Fahne, ein Osterfladen, Schinken, Salz, Ostereier und Brot.
- Ostermontag ist als arbeitsfreier Festtag der Überrest einer Arbeitsruhe, die einst vom Palmsonntag bis zum Weißen Sonntag dauerte.
- Der Weiße Sonntag ist der erste Sonntag nach Ostern. Wahrscheinlich hängt der Name mit den weißen Taufgewändern zusammen, die die Getauften der Osternacht in den Tagen nach Ostern trugen. Bei uns ist der Weiße Sonntag traditionell der Tag für die Erstkommunion.
Gründonnerstag und die Natur
- Am Gründonnerstag wurde gepflanzt und ausgesät, was grünen sollte.
- Die an diesem Tag gesäten Pflanzen gelten als sehr widerstandsfähig.
- Die Heilkräuter, die an diesem Tag gesetzt oder gesät werden, sollen eine besonders starke Heilkraft haben.
- Schon seit Jahrhunderten gibt es den Brauch am Gründonnerstag grünes Gemüse zu essen wie Grünkohl, Salat, junge Triebe und natürlich frische Kräuter aller Art.
- Die Tradition der Gründonnerstagssuppe beruht auf dem Glauben, dadurch die Kraft des Frühlings aufzunehmen, als Start in ein gesundes Jahr.
- Die Gründonnerstagssuppe hat mit ihren gesunden Zutaten eine anregende Wirkung und die Frühjahrsmüdigkeit soll sie gleich mit vertreiben. Ähnlich verhält es sich auch mit der Frankfurter Grünen Soße.
- 3×3 Pflanzen kommen traditionell in die Gründonnerstagssuppe. Diese Formel stammt noch von den Kelten. Drei war eine magische und heilige Zahl – bei den Christen ist es die Zahl der Heiligen Dreifaltigkeit. Die 3 als dreimalige Dreifaltigkeit war noch stärker als die Zahl Drei selbst. Daher enthält diese Suppe aus dem ersten Grün neun verschiedene Kräuter.
- Die verwendeten neun Kräuter variieren je nach Region, und richten sich auch danach, wie früh oder spät Ostern ist, wie das Wetter war und wie weit das Wachstum in der Natur ist.
Warum Osterhasen?
- Der Hase ist ein Zeichen der Fruchtbarkeit. Er ist der Liebesgöttin Aphrodite und der Fruchtbarkeitsgöttin Ostara als heiliges Tier zugeordnet.
- Der Hase ist ein Tier, welches schon im zeitigen Frühjahr Junge bekommt, dadurch wurde er zu einem Auferstehungssymbol.
- Der Gründonnerstag war früher der Abgabe- und Zinstermin für Schuldner an die Gläubiger, und oft wurden diese mit Eiern oder Hasen bezahlt.
- Außerdem wird das Osterfest am ersten Sonntag des Frühlingsvollmondes gefeiert und der Hase gilt als Mondtier.
- Erste Belege für den Osterhasen stammen aus dem Jahre 1678.
Doch der Osterhase war früher nicht der einzige Überbringer der Ostereier:
- im Kanton Zug und Luzern lieferte der Kuckuck die Eier.
- in Schleswig-Holstein, Sachsen, Oberbayern und Österreich der Hahn.
- in Thüringen der Storch.
- in Westfalen stellenweise der Fuchs.
Die Farben der Ostereier haben folgende Bedeutung
- Rot symbolisiert den Opfertod Christi
- Gelb steht für den Wunsch nach Erleuchtung und Weisheit
- Weiß ist die Farbe der Reinheit
- Grün steht für Jugend, Unschuld und Hoffnung
- Orange für Kraft, Ausdauer und Ehrgeiz
Ostereier färben mit Naturmaterialien
Man benötigt für den Farbsud folgendes: 1 Liter Wasser, 1 Esslöffel Essig, von folgenden Materialen ~500g (bei frischen Zutaten) bzw. ~100g (bei getrockneten Zutaten):
- Gelb: Kamille, Goldrute, Kurkuma
- Gelb-grün: Brennnesselblätter
- Orange-braun: braune Zwiebelschalen, Kaffee
- Grün: Spinat, Petersilie
- Rot: Malventee
- Rot-violett: Blaukraut oder Rote Rüben
- Blau: getrocknete Heidel- oder Holunderbeeren
Am Besten färben sich weiße Eier. Zuerst mit einem Tuch und etwas Essig die Kennzeichnung auf dem Ei abreiben. Pflanzen oder Gemüse etwas zerkleinern und im Wasser 20-30 Minuten auskochen. Anschließend den Sud filtrieren und 1 Esslöffel Essig dazugeben. Durch den Essig werden die Farben kräftiger und haltbarer. Nun die rohen Eier im Sud hart kochen ~ 10 Minuten. Eier auf einem Gitter trocknen lassen, nicht abschrecken, dann halten sie länger. Am Schluss die Eier mit ein wenig Speiseöl einreiben, dann glänzen sie schön und halten ebenfalls länger, denn das Fett schließt die Poren in der Eierschale.
Rezepte: Quarknachspeise mit Hasengesicht und Osterkekserl
Diesmal habe ich mir eine schnell zumachende Nachspeise fürs Ostermenü überlegt und eine Kleinigkeit fürs Frühstück oder dem Nachmittagskaffee. Auf meiner Startseite findet man die Rezepte. 🙂
Für einen Einkauf bei mir Zuhause bin ich fast jederzeit erreichbar 🙂, bitte zur Terminabstimmung vorher anrufen Tel.: 08152/2664 .
Falls Sie etwas zu Ostern begehren oder eine Kleinigkeit als Mitbringsel benötigen, würde ich mich sehr über einen Einkauf bei mir freuen. Eine kleine Auswahl meiner Produkte finden Sie hier.
Zu Ostern sind folgende Marmeladensorten im 230g Glas für 2,80€ im Angebot: Kürbis-Orange, Blutpflaume-Banane, Quitte, Apfel-Zwiebel und Zierapfel.
Termine
Zwei VHS wollen im April den Versuch wagen mit mir eine Kräuterführung (ohne Kochen) anzubieten. Natürlich unter dem Vorbehalt was Corona treibt. Anmeldung nur über die jeweilige VHS möglich.
Im Internet habe ich wieder ein nettes Gedicht gefunden von Norbert van Tiggelen gefunden.
Den Newsletter gerne an Freunde und Bekannte weiterleiten, das würde mich sehr feuen.
Ich wünsche Ihnen ein schönes Osterfest lassen Sie es sich und Ihrer Familie richtig gut gehen und bleiben Sie alle gesund.
Mit freundlichen Grüßen
Gisela Hafemeyer
Frieding
Riedweg 1A
82346 Andechs
Tel.: 08152/2664
www.kraeuterstadl.de

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